Weg ohne Wegweiser
Eigentlich habe ich selten
etwas Großes erlebt,
sodaß ich nicht sagen kann,
ich habe das erreicht,
ich habe dies verändert,
ich habe jenes bewirkt.
Eigentlich habe ich oft
die Spuren Anderer gesucht,
sodaß ich nur sagen kann,
ich habe Weimar gesehen und Wien,
ich sah die Giotto-Fresken in Assisi,
ich sah Auschwitz und Sachsenhausen.
Eigentlich waren meine Wege
selten mein eigener Weg.
Nur dann und wann, in Dunkelheiten,
beschämt, verletzt, verirrt,
da ging ich selbst.
Weg ohne Wegweiser.
Ein Stück voran.
Ingrid Ansorge, Okt. '00
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